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Infoveranstaltung zu alternativen Antrieben bei Landmaschinen

12.03.2019

Über 80 Landwirte, Berufsschüler und Lehrer der Abteilung Landtechnik des BBZ Rendsburg sowie Vertreter der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und Fachberater waren im Bildungshaus Treene in Tüdal/Eggebek fachkundige Zuhörer der Auftaktveranstaltung “Alternative Antriebe bei Landmaschinen” im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Was kommt nach dem EEG? Nutzung selbst erzeugter Energien in der Landwirtschaft”, zu der Elena Zydek vom Klimaschutzmanagement der Gemeinden des Flensburger Umlandes eingeladen hatte.

Elene Zydek eröffnete die Veranstaltung mit der positiven Feststellung, dass in Deutschland ausreichend regenerative Energien für die Nutzung bei Agrartechnik/E-Mobilität erzeugt wird.

Allerdings fehlt es wie im privaten Bereich der E-Mobilität auch im landwirtschaftlichen Sektor an Hoftankstellen und Tankmöglichkeiten. Dies gilt sowohl bei der Eigennutzung von Biomethangas (CNG) als auch elektrischer Energie.

Alexy Mozgovoy vom Fachverband Biogas e.V. berichtete von den Potenzialen des Biomethans als Kraftstoff. Insbesondere vor dem Hintergrund der ‘'Änderungen der Einspeisevergütung im EEG ist dieses Thema für Biogasproduzenten von besonderer Bedeutung. Er zeigte dabei auf, dass zusätzliche Erlöse durch den Verkauf von Treibhausgas-Quoten, sogar beim Verbrauch des Biomethans im eigenen Betrieb, erzielt werden können. Auch die Vermartung von Gülle und landwirtschaftlicher Abfälle wird in Zukunft nicht zuletzt wegen der zu erwartenden Rohstoffknappheit interessant für die Landwirtschaft.

Dipl. Ing. Sascha Prehn von der Universität Rostock berichtete über die Betriebspraxis eines mit Biomethangas betriebenen Schleppers. Nach anfänglicher Skepsis, insbesondere gegenüber den acht montierten Gasflaschen zum Erreichen einer ausreichenden Einsatzdauer, konnte der Schlepper im Betrieb voll überzeugen und steht in Sachen Leistung einem dieselbetriebenen Traktor in nichts nach. Und im Hinblick auf den Klimaschutz hat der gasbetriebene Schlepper deutliche Vorteile, denn trotz des Ausstoßes von Methan werden 80% weniger Treibhausgase abgegeben als durch ein Dieselaggregat.

Dipl. Ing. Tim Bögel von der Universität Dresden gab einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik bei elektrischen Antrieben in der Landwirtschaft. Es gibt bereits elektrisch betriebene Geräte wie Schwader, Pflug oder Düngestreuer, die aber noch in der Weiterentwicklung sind. Die Kosten der elektrifizierten Geräte sind derzeit leider noch sehr hoch und die gesellschaftliche Akzeptanz zu gering, um den Maschinen mit dieser Antriebsform zum Durchbruch zu verhelfen.

Christian Andresen, Solarpionier aus Nordfriesland, berichtete aus der landwirtschaftlichen Praxis eines regenerative Energien erzeugenden Betriebes, der sich auf den Weg gemacht hat, die selbst erzeugte Energie auch im eigenen Betrieb zu nutzen.

In der abschließenden Diskussion wurde seitens der Fachleute überwiegend die Auffassung vertreten, dass gasbetriebene Antriebe wohl als Brückentechnologie im Schwerlastbereichen zu sehen ist und die Zukunft beim Wasserstoff und der Brennstoffzelle liegen wird.

Die Resonanz der Veranstaltung zeigte, dass das Interesse in der Landwirtschaft zur Nutzung selbst erzeugter Energien im eigenen Betrieb groß ist, aufgrund der hohen Investitionen in entsprechende Geräte aber wirtschaftlich für die Betriebe nicht verkraftbar ist.

Als weitere Themen der Veranstaltungsreihe stellte Elena Zydek “Energiespeicher in den Betrieben, Treibhausgasbilanzierung in der Landwirtschaft und Nahwärmeversorgung durch Biogas” in Aussicht.



(Klaus-Dieter Rauhut)

 

Foto: Die Fachleute in der Podiumsdiskussion (v.l.): Elena Zydek, Tim Bögel, Klaus Senghaas, Alexey Mozgowoy, Christian Andresen und Sascha Prehn