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Geschichte und Gegenwart des Amtes Eggebek

Im Jahre 1968 kam es im Rahmen der Ämterreform zur Gründung des Amtes Eggebek unter Zusammenlegung der bisher bestehenden beiden Ämter Jörl und Wanderup. Nach Eingliederung der Gemeinde Langstedt im Jahre 1970 aus dem damaligen Amt Bollingstedt waren die heutige Größe (13.212 ha) und Form erreicht.

Bei der jüngsten in Schleswig-Holstein durchgeführten Ämterreform wurden auf freiwilliger Basis Fusionsgespräche mit dem Nachbaramt Oeversee geführt. Auch wenn diese Verhandlungen nicht zu einer Zusammenlegung der beiden Ämter geführt haben, so bleibt als positives Ergebnis eine Intensivierung der Zusammenarbeit und Kooperation in zahlreichen Sachfragen.

Im gesamten Amtsbereich sind kleinere, leis-tungsstarke Gewerbebetriebe angesiedelt. Sie schaffen Ausbildungs- und Arbeitsplätze vor Ort?und sorgen mit für die Lebendigkeit und Attraktivität des ländlichen Raumes. Wie in einer ländlichen Region üblich, pendeln trotzdem ca. 2.000 Mitbürgerinnen und Mitbürger zu ihrem Arbeitsplatz, vorwiegend ins Oberzentrum Flensburg.

Die gute gewerbliche Infrastruktur und die Verkehrsanbindung an die Stadt Flensburg haben dazu beigetragen, dass der Amtsbereich Eggebek über die niedrigste Arbeitslosenquote im Kreis Schleswig-Flensburg verfügt. Dazu beigetragen hat auch das Sozialzentrum Eggebek, das als dezentrale Verwaltungsstelle mit Sitz im Dienstleistungszentrum die Betreuung und Vermittlung der längerfristig arbeitslosen Mitbürger/innen auch für die Ämter Arensharde und Oeversee wahrnimmt.

Trotz des fortschreitenden Strukturwandels in der Landwirtschaft ist der Amtsbereich Eggebek stark landwirtschaftlich geprägt. 120 Betriebe, wovon 90 % überwiegend Milchwirtschaft betreiben, existieren vornehmlich im Außenbereich der Gemeinden und haben durch ihre Größe eine langfristige Perspektive erwirtschaftet. Das Flurbereinigungsverfahren für die beiden Ämter Eggebek und Silberstedt (jetzt Arensharde) gibt den Betrieben die Chance, sich durch die Möglichkeit des freiwilligen Landtauschs und der damit verbundenen Arrondierung ihrer Flächen noch besser aufzustellen.

 

Der Amtsbereich Eggebek verfügt über ein hohes Naturpotenzial und eine reizvolle Landschaft. Das Pobüller Bauernholz und die Düne Rimmelsberg mit der für Schleswig-Holstein einmaligen Wacholderlandschaft sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Weitere wertvolle größere Wälder sind der Büschauer Wald, der Jerrishoer Forst und der Laubmischwald Süderhackstedtfeld. Bedeutende Hochmoorflächen befinden sich im westlichen Randbereich in Stieglund und Süderhackstedt (Herrenmoor). Ein landschaftliches Kleinod ist die Treene mit ihrem mäandrierenden Flussbett und den Zuflüssen der Jerrisbek und der Jörlau.

Dieses Naturpotenzial ist wichtiger Teil des hohen Wohnwerts der Region und wird von den Gemeinden und dem Förderverein Mittlere Treene geschützt.

Modellhaft für Schleswig-Holstein wurde im Amtsbereich Eggebek 1995 die ländliche Struktur- und Entwicklungsanalyse (LSE) erstellt. Alle Gemeinden haben die Chance dieses Modellvorhabens genutzt und zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung des dörflichen Erscheinungsbildes sowie auch der ländlichen Infrastruktur durchgeführt. Beispielhaft hierfür seien erwähnt der Bau des Dienstleistungszentrums Eggebek, die Dorfgemeinschaftshäuser Sollerup und Jerrishoe sowie der Markttreff Kleinjörl, aber auch gestalterische Maßnahmen bei den Schulen in Eggebek und Kleinjörl, der Ausbau des „Klinkenbergs“ in Eggebek und die Landschaftsplanung Kiesnachnutzung Wanderup.

 

Die Sicherung und Verbesserung einer zukunftsorientierten Infrastruktur im ländlichen Bereich macht die Zusammenarbeit der Gemeinden untereinander sowie über die Amtsebene hinaus erforderlich. Daher sind die Gemeinden und das Amt frühzeitig Kooperationen mit dem Amt Silberstedt (jetzt Arensharde) im Rahmen der Flurbereinigung, des Naturschutzes und der Unterstützung des Fördervereins Mittlere Treene eingegangen. Zu einer gemeinsamen Regionalbetreuung haben sich die Ämter Arensharde, Eggebek, Oeversee und Viöl zusammengetan und entwickeln mit der hauptamtlichen Regionalbetreuerin Projekte schwerpunktmäßig auf touristischem Gebiet. Eingebettet ist diese Regionalbetreuung in die Mitgliedschaft in der Eider-Treene-Sorge-GmbH (ETS). Die ETS bildet eine Aktiv-Region und wird seitens des Landes im Rahmen der ländlichen Strukturentwicklung mit EU-Mitteln gefördert.

Hinsichtlich der Wohnungsbau- und Sied-lungsentwicklung, aber auch zum Ausbau der Verbindungen zum Oberzentrum Flensburg wirkt das Amt in der Stadt-Umland-Kooperation Flensburg mit. In den letzten 20 Jahren seit der Volkszählung von 1987 ist die Einwohnerzahl des Amtes um 30 % von 6.800 auf 8.900 gestiegen. Auch dies ist ein Beleg für die hohe Wohnqualität der Gemeinden dieses Amtsbereichs.

Kommunaler Aufgabenschwerpunkt der nächsten Jahre ist die weitere Verbesserung der familienentlastenden Kinder- und Jugendbetreuung. Die hervorragende Kinderbetreuung wurde in den letzten Jahren um Angebote für Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren ergänzt. In allen Kindertagesstätten sind Krippen- und Familiengruppen eingerichtet worden. Diese Angebote gilt es zahlenmäßig zu erweitern, um auch der steigenden Nachfrage in den nächsten Jahren gerecht zu werden und gleichzeitig individuelle und umfassendere Betreuungszeiten anbieten zu können.

 

Die Grundschulen in Eggebek, Kleinjörl und Wanderup bleiben auch bei fortschreitendem demografischen Wandel und geringeren Schülerzahlen vor Ort erhalten. Für den Amtsbereich Eggebek und für die Region des Unterzentrums Tarp wird die Regionalschule Eggebek etabliert. Die Regionalschule Eggebek ist als Offene Ganztagsschule konzipiert mit einem umfassenden sozialpädagogischen Förderprogramm, dass das einzelne Kind mit seinen Stärken und Schwächen anspricht.

Die Offene Ganztagsschule eröffnet die Möglichkeit, Schule und freie Jugendarbeit zu verbinden. Die Vernetzung der Kinder- und Jugendbetreuung vom Kindergarten über Schule zur freien Jugendarbeit ist einer der kommunalen Schwerpunkte der nächsten Jahre.

Die Konversion (Umwandlung) des ehemaligen Marineflugplatzes Eggebek hin zu einem Gewerbepark „Energie und Technologie“ ist ein weiterer Schwerpunkt kommunalpolitischer Arbeit. Nach der Verkündung der Auflösung des Marinefliegergeschwaders 2 im Mai 2003 und dem Auszug der letzten Soldaten im Juni 2006 konnten durch den Projektträger bereits zahlreiche Firmen auf dem Gelände angesiedelt werden, die ehemalige Bundeswehrhallen in Produktionsstätten umgewandelt und dort bereits über 100 Arbeitsplätze geschaffen haben.

Diese positive Entwicklung gilt es – unabhängig von der kontrovers diskutierten Frage der Aufstellung von Windkrafttestanlagen – abzusichern und weiter voran zu bringen.