Das Land Schleswig-Holstein hat kurzfristig zusätzliche Mittel aus einem Sonderprogramm für die Sanierung von Straßen und Verkehrsinfrastruktur bereitgestellt. Ziel dieses Programms ist es, Straßen mit einem besonders umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Bauverfahren zu sanieren und gleichzeitig den CO₂-Ausstoß zu reduzieren.
Für dieses Pilotprojekt wurde die Landesstraße L 29 zwischen Sollbrück und Klein Jörl ausgewählt. Die Strecke weist bereits Schäden an der Fahrbahn auf und ist durch ein hohes Verkehrsaufkommen sowie den starken Schwerlastverkehr aus Industrie und Landwirtschaft besonders stark frequentiert.
Um die Auswirkungen auf den Schulverkehr so gering wie möglich zu halten, finden die Arbeiten während der Sommerferien 2026 statt.
! Maßnahmenbeginn vss. 06.07.2026 – Maßnahmenende vss. 31.08.2026 !
Vollsperrung während der Bauarbeiten
Aufgrund des besonderen Bauverfahrens ist eine Vollsperrung des Teilstücks der L 29 erforderlich. Die Sperrung wurde im Vorfeld eng mit den betroffenen Unternehmen abgestimmt, sodass notwendige Transporte und Betriebsabläufe berücksichtigt werden konnten.
Auch die Bürgerinnen und Bürger in Klein Jörl wurden im Rahmen einer Informationsveranstaltung über die Baumaßnahme informiert. Dabei wurden insbesondere die Auswirkungen auf die Erreichbarkeit einzelner Wohngebiete und Sackgassen erläutert.
Die Erreichbarkeit für Rettungsdienste, Feuerwehr und andere Einsatzkräfte ist während der gesamten Bauzeit jederzeit sichergestellt.
Für Anwohnerinnen und Anwohner werden an verschiedenen Standorten Ersatzparkplätze (bspw. Grundschule Kleinjörl, Markttreff, Kirche…) zur Verfügung gestellt.
Modernes und umweltfreundliches Bauverfahren
Die Sanierung erfolgt mit einem innovativen Straßenbauverfahren, das in Schleswig-Holstein erstmals zum Einsatz kommt. Dabei wird ein spezieller Straßenfertiger verwendet, von dem derzeit bundesweit nur zwei Prototypen existieren.
Das Besondere an diesem Verfahren: Das vorhandene Straßenmaterial wird direkt vor Ort wiederverwendet. Zunächst wird die bestehende Fahrbahn bis zu einer Tiefe von durchschnittlich 18 Zentimetern abgefräst. Anschließend wird das Material mit Zementmilch und Heißbitumen vermischt, aufbereitet und unmittelbar wieder eingebaut.
Der Wiedereinbau erfolgt in zwei Schichten:
- 12 Zentimeter Tragschicht
- 6 Zentimeter Deckschicht
Durch das mehrfache Verdichten mit Walzen entsteht eine belastbare Fahrbahn, die bereits kurze Zeit nach Fertigstellung wieder für den Verkehr freigegeben werden kann.
Dieses Verfahren spart große Mengen an Baumaterial und Transporten ein, schont natürliche Ressourcen und reduziert die CO₂-Emissionen gegenüber herkömmlichen Bauweisen deutlich.
Weitere Arbeiten im Zuge der Baumaßnahme
Neben der eigentlichen Fahrbahnsanierung werden weitere Arbeiten durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:
- der Rückbau ehemaliger Sprengschächte der Bundeswehr,
- die Erneuerung beziehungsweise Instandsetzung von Entwässerungsrinnen,
- Anpassungsarbeiten an den Brückenbauwerken zur Verbesserung der Oberflächenentwässerung,
- die Wiederherstellung und Nachbearbeitung der Banketten entlang der Strecke.
Darüber hinaus unterstützt der LBV.SH im Rahmen der Maßnahme den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Klein Jörl. So wird die Zufahrt bis an die Grundstücksgrenze hergestellt. Gleichzeitig werden notwendige Leerrohre für spätere Versorgungsleitungen unter der Fahrbahn verlegt. Dadurch müssen nach Abschluss der Sanierung keine erneuten Aufbrüche der neuen Fahrbahn für Hausanschlüsse vorgenommen werden.
Mit dieser Baumaßnahme wird nicht nur die Verkehrssicherheit auf der L 29 verbessert. Gleichzeitig kommt erstmals in Schleswig-Holstein ein besonders nachhaltiges Straßenbauverfahren zum Einsatz, das Ressourcen schont, den CO₂-Ausstoß reduziert und die Bauzeit verkürzt.
Weitere Fragen?
Wir vermitteln gerne an den Auftraggeber der Maßnahme – den LBV.SH. Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an ordnungsamt[at]amt-eggebek.de.













